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Unsere Erde

Loslassen oder trennen?
Eine aktuelle Betrachtung
18.07.2009

Seit etwa vier Wochen werden meine Frau und ich mit dem Thema „Loslassen“ konfrontiert, mehr denn je. Und wenn ein bestimmtes Thema immer wiederkehrt und dazu noch in relativ kurzer Zeit, muss es aufgrund der Resonanz etwas mit uns zu tun haben. Und es muss nachdenklich stimmen.

Seit langem gehören wir zu den Menschen, die alles (meine Frau) und fast alles (ich) hinterfragen. Das hat nichts mehr mit Neugier zu tun, sondern mit der Erkenntnis über sich selbst. Als wir dieses Thema diskutierten, kamen wir auf gut acht „Problemfälle“ in unserem nächsten Verwandten- und Bekanntenkreis, die als Hintergrund „Loslassen“ zum Thema haben.

Angefangen von kleinen Dingen wie z.B. die eine Tochter, die seit Jahren in unserer unmittelbaren Nähe wohnt, zieht weiter fort. Doch der Bogen spannt sich weiter über berufliches Loslassen bis hin zum Tod. Innerhalb dieser Spanne zeigen sich uns noch jede Menge anderer Ereignisse und all diese Fälle ballen sich gerade zu der berechtigten Frage: warum gerade jetzt? Warum in so kurzer Zeit?

Sowohl meine Frau als auch ich haben uns in unserem Leben schon von sehr vielem getrennt. Doch ist Trennung gleichzusetzen mit Loslassen? Bedeutet es das Gleiche? Wo liegt der Unterschied zwischen Loslassen und Trennung? Ich werde versuchen, etwas später darauf zu antworten.

Doch zurück zum Loslassen und zu der Frage, was ist es denn, was auch wir beide loslassen sollen, wenn wir schon so deutlich darauf hingewiesen werden?

Indem wir als Menschen auf unserer dreidimensionalen Ebene zwar Materie sind, sind wir doch aus dem Gedanken, aus Geist oder, wenn ich es physisch betrachte, aus Lichtquanten erschaffen. In der etwas esoterisch/spirituellen Sprache nennen wir uns z.B. Lichtwesen. Wesen also, die zur Zeit Materie sind, die jedoch nichts anderes als manifestierte Schwingung sind.

Oft werden wir von Mitmenschen nach dem Sinn unseres Lebens gefragt oder nach unserer Lebensaufgabe. Doch wir werden nicht nur gefragt, sondern wir fragen uns selbst nach dem Sinn. Daraus entstanden die wohl wichtigsten Fragen der Menschheit: Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo gehe ich hin?

Die Antwort auf diese Fragen dürfte demnach lauten: Ich bin Schwingung. Mein Ursprung ist Schwingung. Ich kehre in die Schwingung zurück. Ich kann das Wort Schwingung auch durch Licht ersetzen: Ich bin Licht. Mein Ursprung ist Licht und Ich kehre zurück ins Licht.

Um dorthin zurück zu kehren, woher wir kommen, geht es meiner Meinung nach immer wieder und immer aufs Neue um das Loslassen. Nämlich loslassen von der Materie. Und dieses Loslassen ist ein ständiger Aspekt unseres irdischen Lebens, ein Begleiter, der uns von unserer Geburt bis zu unserem physischen Tod an das Loslassen gemahnt oder erinnert.

Wenn wir also an der Materie, unserem materiellen Körper so sehr hängen, dass wir selbst diesen nicht loslassen können, wird es uns sehr viel schwerer fallen, in die Schwingung zurück zu kehren. Dorthin, woher wir gekommen sind. Wie aber geht das, wenn wir doch erst durch unseren physischen Tod in die Lage kommen, unseren Körper zu verlassen?

Mein fleißiger Verstand weiß das alles. Und mein „allwissender“ Verstand redet mir auch immer wieder ein, dass ich bereits loslassen kann. Selbst mein Leben könnte ich loslassen! Mein Verstand weiß zwar, dass dies eine Lüge ist, um mich zu beruhigen und abzulenken. Doch das hindert ihn nicht daran, mir ständig etwas einzureden, was so noch nicht zutrifft.

Doch was in mir soll beruhigt oder abgelenkt werden? Auf diese Frage hat mein allwissender Verstand noch keine vernünftige Antwort gefunden. Er kann nämlich mit dem Begriff „Seele“ nichts anfangen. Er kann meine Seele weder fühlen noch sehen, also mit den fünf ihm zur Verfügung stehenden Sinnen begreifen.

Es ist also nicht mein Verstand, der zurück will in die Schwingung oder ins Licht, sondern es ist meine Seele, die mir diese Lebensaufgabe stellt. Ganz leise gemahnt sie mich immer aufs Neue und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Ich nenne sie Innere Stimme, Hohes Selbst, Gewissen, vielleicht auch Bauchgefühl. Sehr deutlich mahnt sie mich über meinen Körper, und das sehr schmerzhaft. Da die Sprache der Seele für unsere Ohren unhörbar ist, viele auch nicht auf ihre innere Stimme achten können oder wollen, spricht sie zu uns über den Körper.

Und diese Sprache der Seele ist Schmerz. Es ist gleichgültig, was den Schmerz auslöst, ob Krankheit, ein gebrochener Arm, Bauchschmerzen, Krebs usw. All diesen „Krankheiten“ lässt sich ein bestimmtes Thema zuordnen, Bücher darüber gibt es genug. Doch hinter all diesen Themen steht der Ruf der Seele. Ich behaupte also, dass mir die Seele über meinen Körper nicht nur zeigt, was ich in mir verändern soll, sondern mich auch daran gemahnt loszulassen. Nämlich die Materie.

Weil das alles etwas schwierig ist, stellt mir meine Seele ein lebenslanges Lernprogramm. Immer wieder lässt sie sich etwas einfallen, um mich dorthin sehen zu lassen, wohin ich noch nicht gesehen habe. Es ist wie eine Art Training bis hin zum Höhepunkt: Dem Tod. Wenn es mir gelingt, in diesem Leben so viel wie möglich geistig und materiell loszulassen, umso weniger Belastungen nehme ich mit in die andere Welt. Und je weniger Bindungen ich mitnehme, umso leichter gelingt mir die Rückkehr ins Licht.

Leider scheint es eine Tatsache zu sein, dass wir mit unserem physischen Tod unsere Probleme, die wir in diesem Leben festgehalten haben, unsere Gewohnheiten, Eigenschaften, Unerledigtes u.v.m., mit „hinüber“ nehmen. Und diese Eigenschaften wieder in einem neuen Leben mitbringen. Es ist der Seele völlig gleichgültig, ob das sofort passiert oder irgend wann einmal. Sie ist unendlich und sie kennt keine Zeit.

Doch diese Lernprogramme laufen nicht nur in uns selbst ab, sondern sie werden uns genauso im Außen gezeigt. Und zum Erkennen dieses Lern-Programmes ist die Zeit, in der wir leben, wie geschaffen. Wir sollten sie deshalb nützen.

Ist es nicht so, dass so gut wie alles, was uns in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten lieb und teuer geworden, ja „ans Herz gewachsen“ ist, so gut wie keine Gültigkeit mehr hat? Es ist, als ob wir einen riesigen Schritt in völlig neue Ebenen bewältigen müssen, Ebenen, die uns noch Angst machen, weil wir sie zu wenig kennen?

Die Bezeichnung „Quantensprung“ ist für diesen riesigen Schritt gut geeignet. Selbst die Quantentheorie, die Quantenphysik dokumentiert diesen riesigen Schritt. Eine Physik, die fast 300 Jahre absolute Gültigkeit hatte, darf nun durch neue Erkenntnisse ersetzt werden. Das geht nur, wenn man die alte Physik loslässt. Das ist tatsächlich wie der Übergang in eine neue Dimension, eine Veränderung, die ein neues Bewusstsein einläutet.

Ich behaupte, dass nie zuvor in der Geschichte unserer Menschheit so viele alte Paradigmen ungültig werden und das innerhalb einer einzigen Generation. Ruft da unsere Seele, oder ein riesiges kollektives Seelenwesen dazu auf, Schluss zu machen mit den alten Gewohnheiten?

Jahrzehnte lange berufliche Verpflichtungen müssen gelöst werden. Langjährige Partnerschaften lösen sich auf. Wirtschaftliche Gepflogenheiten, das Geldsystem, politische Zwänge, soziale Verhaltensmuster usw. Wohin wir sehen, ist sehr viel in Auflösung begriffen und es heißt Abschied nehmen, loslassen alter Muster. Warum wird uns das innerhalb so kurzer Zeit gezeigt?

Vielleicht ist es genau das, was mir meine Seele anhand der vielen Beispiele der letzten Wochen sagen will, um mir bewusst zu machen, dass auch ich noch so einiges loszulassen habe. Je mehr ich also in den letzten Tagen alles hinterfragt habe (fast alles), umso mehr bin ich zu diesem Ergebnis gekommen.

In diesem Zusammenhang stellte sich uns noch die Frage, wo der Unterschied zwischen Loslassen und Trennen sein könnte, denn beides liegt doch sehr nahe beieinander.

Als Kind wurde ich von meiner Familie getrennt. Das war gewiss unfreiwillig. Später musste ich gerade jene Schule wechseln, die mir am meisten zusagte. Auch das war unfreiwillig. Viele Jahre später musste ich mich von meiner ersten Frau trennen und das war gewiss nicht freiwillig. Wir alle kennen genügend Beispiele dafür. Hat also Trennung etwas mit Müssen zu tun, mit Zwang?

Gewiss, die Seele macht mich genauso aufmerksam auf alte Muster oder Blockaden, die ich loslassen soll. Von welchen ich mich trennen kann. Doch dieses Loslassen tue ich freiwillig, denn die Seele lässt mir die Wahl zu tun, was mir richtig oder falsch erscheint. Bei der Trennung habe ich diese Wahl nicht.

Mein Fazit für heute ist also: Loslassen erscheint mir ein lebenslanger persönlicher Prozess zu sein, den ich nie aus den Augen verlieren soll. Loslassen erleichtert mir die Rückkehr dorthin, woher ich gekommen bin. Loslassen will ein Leben lang geübt sein.

Ich grüsse euch von Herzen.

Till

 
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© 2003-04 Hanjo Grüßner